Hallo Andreas,
ich bin der Hüttenchef (Sektionsverantwortlicher) der Rotondohütte. Rein
zufällig bin ich auf die unten stehenden Beiträge gestossen. Leider ist die
Kritik sicherlich berechtigt und wahr. Ich habe deswegen die Konsequenz
gezogen und dem damaligen Hüttenwart (oder Hüttenwart wie wir in der Schweiz
sagen) Peter Eggler gekündigt, weil er auch nach mehrmaligen Interventionen
der Sektion sein Verhalten nicht geändert hat. Seit über einem Jahr sind nun
neue Hüttenwarte auf der Rotondohütte. Darf ich Dich bitten dies vielleicht
bei Deiner Kritik zu erwähnen. Die neuen machen hoffentlich nicht die
gleichen Fehler wie Peter Eggler, und können ja für die Fehler ihres
Vorgängers nichts.
PS: Eine Reklamation an den Hüttenchef oder an das CC des SAC (beide auch im Internet, www.jo-sac.ch/rotondo resp. www.sac-cas.ch ) hilft manchmal weiter.
neben bisher meist sehr positiven Erfahrungen auf Hütten, war ich letztes Wochenende auf einer Hütte, die ich nicht einfach weiterempfehlen möchte.
Vielleicht hat der eine oder andere von euch schon ähnliches erlebt und es gelingt uns hier einige Hüttenwirte aufzudecken, die einfach nur abzocken und sich sanieren wollen.
Wir waren zu siebt auf der Rotondo-Hütte in der Schweiz und es fing schon damit an, daß eine 1,5 Liter Flasche Mineralwasser für 12 sfr (!) verkauft wird. Auf der Monte-Rosa-Hütte, wo der Proviant mit dem Hubschrauber kommt und nicht einfach mit dem Pistenbulli geholt werden kann wie auf der Rotondo-Hütte, wird die gleiche Flasche für 8 sfr verkauft, trotz der höheren Transportkosten.
Das Bier gab's in 0,5 Liter Dosen für 5,5 sfr. Das finde ich ok, wenn nicht das Haltbarkeitsdatum schon um ein halbes Jahr überschritten wäre. Der Wirt meinte zwar das macht nichts, das Bier schmeckt auch noch ein Jahr später, aber eine kleine Probe der abgelaufenen Dose wiederlegte diese These. Die Nachfrage nach einem 'nicht abgelaufenen' Bier war negativ und man gab mir das Geld wieder zurück. Wenn man davon ausgeht, daß Bier mit einer Haltbarkeit von ca. einem halben Jahr verkauft wird und dieses Bier schon ein halbes Jahr darüber war, muß das Bier entweder schon vor einem Jahr gekauft worden sein oder ...?
Ein dritter Punkt war der Marschtee, der morgens selbst in isolierenden Thermoskannen lauwarm war. Es ist bekannt, daß derartige Kannen heissen Tee ein bis zwei Tage warm halten koennen, also ist wohl das Schneewasser für den Tee nicht ganz abgekocht worden. Das kann u.U. sehr ungesund sein. Ich weiß nicht, ob die vielen Durchfallkranken, welche es zu der Zeit wohl auf der Hütte gegeben hat (ein Blick und ein Ohr ins WC machte dies sehr deutlich), damit zusammenhingen.
Sehr unfreundlich empfand ich vom Hüttenwirt, daß er einmal beim Abendessen den Suppentopf einfach mitnahm, obwohl noch Suppe und auch Nachfrage hierfür da war. Als ich mit meinem Teller zu Theke ging, meinte er herablassend, daß die Suppenzeit jetzt vorbei ist. Ich bin bestimmt kein Langsamesser oder Vielfresser, aber nach einer Tour hat man einfach Hunger und er hätte sich nichts abgebrochen, wenn er uns wenigstens gefragt hätte, ob wir noch was wollen. Fairerweise muß man noch erwähnen, das die Nachfrage eines Mädchens aus unserer Gruppe anscheinend Mitleid erregt hat, und dann doch noch ein Teller raussprang.
Gutes kann ich über die italienischen Huetten im Gran Paradiso Chabod, Emanuelle und allen voran Vitorio-Sella-Hütte erzählen. Da war das Essen und der Wein sehr, sehr gut. Die Monte-Rosa-Hütte im Wallis mit der freundlichen Hüttenwirtin Tamara (->Bergauf,Bergab vom 17.04.97) kann ich auch sehr empfehlen.
Wer hat ähnliches erlebt? Postet doch euere Erfahrungen.
Die Rotondo-Hütte habe ich auch nicht sehr gut in Erinnerung. Ich war dort vor 2 Jahren. Wegen schlechten Wetters waren wir dort 2 Tage, bevor wir dann nach Realp abgestiegen sind.
Wir kamen von der Albert-Heim-Hütte über den Furkapaß in einem weiten Bogen und waren ziemlich spät dran und entsprechend fertig. Da wir reserviert hatten, gab es natürlich auch noch das Menu für uns. Allerdings erwieß sich dieses als nicht vertretbar, da der Natriumchloridgehalt einfach nicht unserem physischem Zustand angepaßt war. Uns war eher nach Flüssigkeit in Reinstform zumute.
Auch das Menü am nächsten Abend hattte eher Mensacharakter als uriges schweizer Hüttenambiente normalerweise verspricht.
Und die Übernachtungsgebühr plus Menüpreis war dann doch etwas happig. Den Gipfel habe ich allerdings mal im Werdenfelserland erlebt auf dem Krotenkopfhaus. Wir hatten uns eine MTB-Tour aus dem Moser-Bike-Guide ausgesucht, die leider etwas mehr in Fahrradtragen ausgeartet ist. Jedenfalls hatte der Wirt partout keine Lust uns ein Getränk zu verkaufen, O-Ton "Für Biker hammer nix", und das auf einer AV-Hütte. Erst nach etwas mehr Beharrlichkeit und vorzeigen meines Ausweises hat er dann von seiner Zeitung abgelassen.
Positives habe ich auf der Cabane des Dix und der Cabane de Bertol erlebt. Da hat alles gepaßt. Nette Hüttenwirte, gutes Essen, vernünftige Preise...
Auf vielen (und immer mehr) (Ostalpen-) Hütten wird man leider schief angeschaut und unfreundlich behandelt, sobald sich herausstellt, daß man keine Halbpension nimmt, sondern sich z.T. selbst verpflegt. Leider wandeln sich die 'Hütten' immer mehr zu Berghotels für vorangemeldete Halbpensionsgruppen, bei denen man als sich selbst verpflegende 2-3 - Mann-Truppe, die sich nur am Abend mal ein AV-Essen ("AV-Essen hama nett - aber an Wildbraten für 200 ÖS") und am Morgen Teewasser leisten, immer mehr zum ungeliebten Exoten wird.
Nur die 'Hotelgäste' freuen sich: "Seid Ihr richtige Bergsteiger? - Dürfen wir mal ein Photo machen?"
www.climb.spider-net.de/archive/huetten.phtml