Diese für den dort schon abgeflachten Thüringer Wald recht hohen Felsen (bis 45m) liegen in der Nähe der Ortschaft Mosbach, südöstlich von Eisenach. Historisches steht im alten DDR-Führer [Kletterführer Zittauer und andere Gebirge, Sportverlag Berlin 1980]. Vielleicht schreibt ein eingeborener Eisenacher mal mehr darüber.
Das Gestein ist ähnlich wie an der Eisenacher Burg, nur dass hier (zum Glück) das Konglomerat aus dem Rotliegenden weniger brüchig ist und die einzelnen Kiesel auch nicht ganz so schmerzhaft scharf sind wie dort. Im allgemeinen ist der Fels hinreichend fest (auch wenn mal der eine oder andere Kiesel der Schwerkraft folgt) und verfügt über die Rauhigkeit, die dem sonstigen thüringer Porphyr oft fehlt.
Freistehende Gipfel gibt es nicht, man kann bequem auf alle Wände von oben heranspazieren (siehe Zugang). Abseilringe bzw. Bühlerhaken sind am Nordöstlichen und Südwestlichen Hangstein oben vorhanden, ansonsten stehen am Ausstieg ausreichend kräftige Bäume (es empfiehlt sich aber bei vielen Routen, aus dem letzten Bühlerhaken abzuseilen, weil die Kante oft bröselig und krautig ist.) Die Einstiege sind nicht markiert, aber anhand der Bohrhakenreihen leicht zu finden.
Es stecken fast ausnahmslos Bühlerhaken. Nur in einigen Klassikern
(SW-Verschneidung, Hansbachroute) findet man noch alte Rostgurken, die
wegen der in nächster Nähe befindlichen Bühler aber nur noch
der nostalgischen Umrahmung dienen. Die Abstände sind i.A. ausreichend
eng, nur manchmal kann es kritisch werden
(z.B. in der Route "Die Wand", siehe unten).
Klemmkeile sind nicht erforderlich, und es ist auch
fraglich, ob in dem Konglomerat einer unter Sturzbelastung halten
würde. Um ein Toprope einzurichten, bräuchte man bei der
Wandhöhe schon ein seeeehhr langes Seil.
Es gibt zwei Zugänge, von oben und von unten. Zu bevorzugen ist der von oben (Gehzeit: 20-25 min): Man parkt an der Hohen Sonne (B 19 Eisenach-Meiningen) und folgt dem Rennsteig in Richtung Südosten (Richtung Inselsberg). Nach ca. 1 km kommt ein Brunnen mit Tretbecken (Trinkflaschen auffüllen, Hände waschen, Füße baden ñ bitte in dieser Reihenfolge), und nach weiteren 800 m sieht man rechts eine Wiese, die von Kastanienbäumen eingerahmt ist. Am Ende der Wiese zweigt links vom Rennsteig weg ein steiler Fahrweg ab. Diesen hinauf, oben auf dem nächsten Fahrweg nach links. Nach ca. 200m eine Fahrspur rechts hinauf (100m), danach links auf einen Pfad, auf dem Bäume quer liegen. Nach weiteren 200m geht eine wenig markante Trittspur nach rechts, dort entlang sind es noch 30m zum Südwestlichen Hangstein. Rechterhand geht es steil einen Pfad hinab zu den Einstiegen, das Abseilen ist aber weniger krümelig (oben stecken zwei Abseilringe, der untere ist besser).
Beim Zugang von unten (Gehzeit 10-15 min) parkt man das Auto am Ende von Mosbach und geht dann rechts das Tal hinauf bis man am rechten Hang die Felsen sieht. Dann muss man sich ohne Pfad über den Bach und durch das Gestrüpp (da jauchzen die Zecken!) hindurch den Hang zu den Einstiegen hochquälen.
Die Schwierigkeiten bewegen sich zwischen 5- und 8-, die Mehrzahl der Routen aber liegt im Bereich 6-7.
Die Schwierigkeitsangaben entsprechen der UIAA-Skala, wobei ich eine Orientierung am Führer von Jens Triebel ("Auswahlführer Südthüringen", 1991) für sinnvoll halte. Die Angaben bei M. Jäger werten viele Touren ab (z.B. Die Wand 7+ ->; 7, Fingerkuss 7- -> 6), man kann sich aber (wie überall) streiten . Im Vergleich mit dem restlichen Thüringen halte ich aber die Triebel - Vorschläge für ausgewogener, zumal das Gestein etwas gewöhnungsbedürftig ist. (s. auch Diskussion unten)
Da die Wände nach Südosten zeigen und deutlich aus dem Hang heraustehen, sind sie im oberen Teil nach Regen relativ schnell trocken, besonders im mittleren Wandteil. Im unteren Teil kann aber das Moos auf den durchweg geneigten Einstiegen noch lange Zeit unangenehm schlüpfrig bleiben. Im Winter kann man auch bei klarem, sonnigen Wetter vormittags schön im Warmen klettern - das spart fast eine Reise nach Südfrankreich. Im Sommer aber, wenn die Sonne vormittags in die Wände knallt, macht sie aus dem Thüringer Kletterer eine Thüringer Bratwurst.
Frank Bültge hat auf folgende lohnende Neutouren hingewiesen:
Einige Kletterer halten die Schwierigkeitsangaben im Jägerführer für zu niedrig.
Da ich nicht alle Wege kenne, enthalte ich mich (afr) da einer abschließenden Wertung,
möchte aber anmerken, daß Tor zur Freiheit sicher schwer ist und unter thüringer Verhältnissen
wahr. eher 8- als 7+ ist, aber sicher keine 8.
Aber egal, ich gebe hier mal die Bewertungsvorschläge von Frank Bültge wieder - bildet Euch
selbst eine Meinung.
| Frank | Jäger | J. Triebel | |
|---|---|---|---|
| Westlicher Hangstein | |||
| Im Westen nichts Neues | 7- | ||
| Nicht ohne Keile | 6 | ||
| Südwestlicher Hangstein | |||
| Wacholderweg | 6 | 5 | |
| Schichtweg | 6- | 5+ | |
| Südwestverschneidung | 6+ | 6 | 6+ |
| Dir. Südwestverschneidung | 7- | ||
| Grosser überhang | 7+ | ||
| Hansbachroute | 7- | ||
| Maximalvariante | 6 | ||
| Moos ou chocolate | 6+ | ||
| Alter Weg | 5 | 5- | 5 |
| Altes Problem | 6 | 5+ | |
| Fingerkuss | 7 | 6+ | |
| Linke Variante | 7- | ||
| Kanzelweg | 6+ | 7 | 6 |
| Dir. Kanzelweg | 7- | 7 | |
| Tor zur Freiheit | 8 (?) | 7+ | 8- |
| Vorfreude | 7- | 7- | |
| Falkenband | 6+ | 6 | 6+ |
| Leisetreter | 7- | ||
| Die Mauer | 8- | 7 | |
| Die andere Seite | 7 | 7- | |
| Quarksahne Team | 6 | ||
| Nordöstlicher Hangstein | |||
| Dreiherrensteig | 5 | ||
| Südriss | 6- | 5+ | |
| Kraft oder Frosch | 8- | 7+ | |
| Lose pupisser | 8- | 7+ | |
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